Text zur Westerweyher Geschichte von Knut Niebuhr
Um 1200
Die Verdener Geschichtsquellen beschreiben den Besitz des Klosters Verden - Registrum Ecclesiae Verdensis - (Seite
13, Zeile 7 ff) „... hec sunt ville in quibus dominus episcus habet
minutam decimam.... u.a. Osterweynethe, Westerweynethe ...“ Diese
Quelle wird auf ca. 1200 datiert. (In Osterweynethe wurde später die
Kirche errichtet und das Dorf heißt danach Kirchweyhe)
1253: Bischof Gerhard von Verden verkauft dem Kloster Ebstorf den Zehnt samt Allod in Kirchweyhe. (6)
Von 1283 - 1400
1283: Graf Gerhard von Holstein und Schaumburg belehnt Konrad von Estorf mit dem Zehnten in Westerweyhe(1).
1296:
überträgt Graf Adolf von Holstein demselben Konrad von Estorf den
Zehnten von Westerweyhe(2). Konrad von Estorf ist einer der adeligen
Herren, die Grundbesitz in der Region Lüneburg Uelzen besitzen.
1297: Die
erste namentliche Erwähnung eines Einwohners datiert nur wenig später.
1297 wird Johannes Bekeman als Hofpächter „...in qua moratur Johannes
Bekeman“ erwähnt und Diederich in Kirchweyhe(3) und ein paar Jahre
später 1323 Ludolf Bekeman , wahrscheinlich sein Sohn, (4).
1301: Friedrich von Verden überträgt dem Kloster Ebstorf den Zehnt in Westerweyhe (5)
1317:
verkaufen die Brüder Anno und Balduin, Söhne des Johannes von Bodendike
dem Kloster Ebstorf mehrere Höfe in Westerweyhe. Zwei dieser Höfe
wurden von Hoyer bewirtschaftet; „... duas videlicet quas Hoyerus sub
sua cultua nunc habet solventes octo modios siliginis et duos porcos et
octo denarios, et tertiam quam viduam Mechtildis relicta Luderi nunc
possidet septimum dimidium modios siliginis, VII denarios et unum
porcum valentam I marcam...“ (7); ein dritter von Mechtild, der Witwe
des Luders.
Neben Konrad von Estorf begegnen uns hier Anno und
Balduin von Bodendike als Grundbesitzer. Erstmals wird das Kloster
Ebstorf erwähnt, das in dieser Zeit seinen Besitz durch Zukauf
erweitert.
In Westerweyhe selbst sind also um 1300 mindestens 3
Familien bekannt, Bekeman, Hoyer und Luders. Zumindest der Name Hoyer
behauptet sich in Kirch- und Westerweyhe über mehrere Jahrhunderte.
1324 kommt als vierter Name der von Johannes Vogeding hinzu (7).
Auch
der Name Bekeman findet sich im Jahre 1336 wieder in einer Urkunde. Die
Knappen Johann, Heinrich und Werner von Meltzing verkaufen dem Uelzener
Bürger Johann Volcmari zu Händen des Klosters Isenhagen einen Hof in
Westerweyhe, „... in qua Iohannes dictus Bekeman residet, ...“.
Johannes Bekeman der dritte Bekeman auf einem Hof in Westerweyhe, den
Johann Volcmar ein Ratsherr aus Uelzen von den Brüdern von Meltzing
erwirbt.
Johannes Lange verkauft dem Kloster Ebstorf eine
jährliche Rente auf dem Klosterhof in Westerweyhe, „ ... de dar licht
in dem dorpe Westerweynde, dar nu en ane wonet de Ghereke Bernsen is
gheheten unde Megholt de wedve de Luders vrowe wesen hadde, ...“
Megholt die Luders Frau gewesen war, ist sie die Mechthild? Obwohl
beide als Witwe des Luders bezeichnet werden ist es eher
unwahrscheinlich, zwischen beiden Urkunden liegen über 40 Jahre.
Zweimal haben die Pächter Witwen hinterlassen, die den Hof
weitergeführt haben, wahrscheinlich hat dann die zweite Megholt den
Ghereke Bernsen geheiratet.
Um 1360 lebten also mindestens drei
Generationen Bekeman in Westerweyhe, Johannes, Ludolf und wieder
Johannes, auch die Familie Luders hat sich hier gehalten auch wenn
jetzt Ghereke Bernsen den Hof bewirtschaftet. Die dritte Familie ist
Hoyer, die zeitweise gleich zwei Höfe bewirtschaftet. Dann noch die
Familie Johannes Vogheding. Zu diesem Zeitpunkt existieren also
mindestens 5 Höfe in Westerweyhe.
Als Grundherren oder
Zehntinhaber begegneten wir den Grafen von Holstein und Schaumburg,
Konrad von Estorf, die Brüder von Bodendike, die Brüder von Meltzing
und Johann Volcmar aus Uelzen, sowie den Klöstern in Verden und Ebstorf.
1400 – 1500
Um 1400 werden
schon mehr Höfe erwähnt: 1416 kommen die Namen Hencke Henghes und
Werner Henighes hinzu, 1435 sind dann schon 7 Höfe erwähnt: Nate?,
Bruder?, Loffhagen, Verseman, Heyne Wolters, Henneke Wigberns und
Bercham. Mit den vorher bekannten Familien scheinen hier keine
Namensgleichheiten oder Verwandtschaften zu bestehen. 1450/51 werden
Hannes Tauwelke und Luteke Molnar als Kotner im dem Sonderghude
Westerweyne im Winsener Schatzregister erwähnt, diese sind nicht dem
Kloster Ebstorf sondern nach Winsen abgabepflichtig. 1452 wird im
Kornregister Herme Heyen genannt. Damit kann zu diesem Zeitpunkt das
Bestehen von mindestens 10 Höfen mit den beiden um 1416 genannten und
dem Hof des Volcmar vielleicht sogar von mindestens 13 Höfen
ausgegangen werden.
1500 – 1600
In
verschiedenen Registern des Amtes Ebstorf werden erwähnt: 1534,
Kummerße, Kovall und Stolte; 1554 die Kummersche und Hans Kofall;1555
Loffhagen und die Kofahlsche; 1565 Ahlstorff und Loffhagen; 1557
Carsten Stolte und Hans Kofahl; 1566 Hans Kahlstorf; Simon Stolte und
Veestherr Dirich Silmer. Verhur (Hofannahmegeld) zahlte 1565/66
Dietrich Ahlstorp und1586 Juergen Lindeloh für Hans Fresen Kothe. In
weiteren Registern werden genannt: Christoffer Geverdes, Engelke
Meiersche, Dirich Kahlstorp, Heinrich Gevers, Hansen Caelstorp, Simon
Simens, Hans Silmer, Jakob Gefferdes, Luedtken Viett, Joachim Schulten.
1600 – 1700
Im
Hauptstaatsarchiv in Hannover findet sich die unten aufgeführte
Beschreibung des Amtes Bodenteich aus dem Jahre 1614. Hier wird auch
benannt, an wen der Zehnte abzuführen ist.
1614 Beschreibung des Amtes Bodenteich
1. Hanß Krueger -- Hoff -- Kloster Medingen
2. De Schwene Kothe -- Kothe -- gehört zur Kirche
3. Hanß Schroeder -- Halbhoff -- Winsen (Vgt. Bienenbüttel)
4. Hanß Viedt -- Halbhoff -- Winsen (Vgt. Bienenbüttel)
5. Hanß Silmer -- Hoff -- Ebstorf
6. Casten Stolte -- Hoff -- Ebstorf
7. Simon Kofahle -- Halbhoff -- Ebstorf
8. Joachim Hardekopf -- Coß -- Ebstorf
9. Johann Geffers -- Coß -- Ebstorf
10. Hans Geffken -- Halbhoff -- nach der Oldenstadt
11. Johann Geffers -- Hoff -- Rat zu Ultzen
12. Hanß Geffers -- Coß -- Rat zu Ultzen
13. Hanß Niemann -- Hoff -- Rat zu Ultzen
14. Christoff Grothe -- Hoff -- v. Meltzing zu Emmendorf
15. Heinrich Geffers -- Coß -- v. Meltzing zu Emmendorf
16. Juergen Meyer -- Halbhoff -- Holdenstedt
Juergen Simonß -- Halbhoff (wüst)-- Rat zu Ultzen
Summa 6 Hoeffe, 6 Halbhoeffe, 5 Cossaters
Diese Liste zeigt alle Hofstelleninhaber in Westerweyhe im Jahre 1614.
(1) Urkundenbuch Kloster Ebstorf; Urkunde Nr. 42
(2) Urkundenbuch Kloster Ebstorf; Urkunde Nr. 61
(3) Urkundenbuch Kloster Ebstorf; Urkunde Nr. 67
(4) Urkundenbuch Kloster Ebstorf; Urkunde Nr. 170
(5) Urkundenbuch Kloster Ebstorf; Urkunde Nr. 87
(6) Urkundenbuch Kloster Ebstorf; Urkunde Nr. 18
(7) Urkundenbuch Kloster Ebstorf; Urkunde Nr. 133
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Der Text wurden freundlicherweise von Knut Niebuhr bereitgestellt. Auf seiner Internetseite finden sich viele weitere interessante Informationen zur Westerweyher Geschichte.
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